Lass es ziehn mein Volk …

Endlich Ferien und Zeit, sich mal richtig Auszutoben und etwas Neues kennenzulernen. Genau die richtige Gelegenheit für 20 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren, um zu Reisen durch Raum und Zeit. Bis ins Alte Ägypten haben wir uns auf den Weg gemacht.
Wir haben probiert, mit Federn zu schreiben, uns so anzuziehen, wie sie es damals taten und zu so zu malen. Ein bisschen sportliche Übung durfte auch nicht fehlen. Pyramidenbau erfordert schließlich Fitness und Geschick.
Doch es war nicht alles eitel Sonnenschein in Ägypten. Der Prunk wurde auf dem Rücken Anderer errichtet und das geht nie lange gut. Diese fremden Hebräer wurden immer mehr und aus Angst ließ der Pharao die Neugeborenen töten. Das kleine Baby wird im Korb in den Fluss gelegt und von der Tochter des Pharao aus dem Wasser gezogen. “Mose” wird darum sein Name. Er wächst im wohlbehüteten Palast auf, doch als Erwachsener sieht er die Ungerechtigkeit. Den Schinder schlägt er Tod und muss darum fliehen. Am brennenden Dornenbusch begegnet er Gott und erhält den Auftrag, das Volk Israel aus Ägypten in die Freiheit zu führen.

Damit geht die Geschichte aber erst richtig los. Der Pharao, mit seinem Herz aus Stein, lässt sich durch bloße Rede nicht überzeugen. So folgen 10 Plagen, die Ägypten heimsuchen. Dann endlich, nach einer schrecklichen Nacht, in der die Erstgeborenen Ägyptens ihr Leben verloren, durften die Israeliten ziehen. “Warum lässt der Pharao es soweit kommen?”, fragten einige Kinder. Andere fragten: “Warum macht Gott sowas?” Darüber kamen wir ins Gespräch. Vielleicht kann der Pharao nicht nachgeben? Vielleicht musste Gott das machen? So überlegten wir gemeinsam.

Bevor wir uns auf den langen Weg machen, halten wir noch einmal inne. Der Sederabend, der erste Abend des Passahfestes, lässt uns erschmecken, wie es dem Volk in Israel erging. Wie bitter die Zeit war, wie fruchtbar und hoffnungsvoll sie trotzdem blieben. Wie sie Lehm verarbeiteten und wie bitter sie salzige Tränen geweint haben. Wir kosteten auch, wie das Lamm wohl geschmeckt hat und wie eigentlich ungesäuertes Mazzen schmeckt.

Und dann wanderten wir durch die Wüste. “Wir haben Hunger”, war da zu hören. Gut, dass wir Manna finden konnten in Form von Mürbeteigplätzchen von der Bäckerei Hanke. Und dann trafen wir in der Erlebniskirche Wählitz auf Mose. Er kam vom Berg und brachte 10 Gebote. Manches war schnell klar. Du sollst nicht töten, nicht stehlen. Doch was soll eigentlich “ehebrechen” oder “begehren” heißen? Die Kinder kamen mit ihren Überlegungen zu einem guten Punkt. “Andere in Ruhe lassen” und “niemandem etwas wegnehmen”.

Wir haben wie Miriam Trommeln gebaut und Frösche gefaltet, Tontafeln beschriftet, gemalt, geklebt, verkleidet und gesungen. Und wir haben gemeinsam gegessen und gespielt. Eine Nacht im Zelt war eine spannende Erfahrung für alle Beteiligten. Zum Abschluss wurde noch ein kleines Fest mit Eltern, Geschwistern und lieben Menschen gefeiert.

Ein herzlicher Dank an dieser Stelle noch einmal an die jugendlichen Helferinnen, die ideenreich und manchmal auch kuschelnd diese Tage für die Kinder zu etwas Besonderem gemacht haben.

Wir freuen uns aufs nächste Jahr in der ersten Ferienwoche.

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